Weinort Briedel an der Mosel

Ergebnis Abstimmung schönster Wanderweg Deutschlands

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Der Moselsteig wurde zum schönsten Fernwanderweg Deutschland gewählt. Hunderte Besucher von briedel.de haben mit abgestimmt und zu diesem tollen Ergebnis beigetragen.

RZ-11.8.2016 - hier klicken zum Lesen des Artikels                       Infos über die Wahl und alle Ergebnisse

Der Kreuzweg in Briedel

Der Kreuzweg entlang der Sünd von Briedel zum Sonderhäisje - Autor Herman Thur - Text auch zum download


Kreuzwege inmitten der Landschaft finden wir in den katholischen moselländischen Orten vielfach.
Die Sitte, in Form eines Ganges betend die Leidensgeschichte Jesu nachzuempfinden, wurde gegen
Ende des Mittelalters von Pilgern aus dem heiligen Land auch an die Mosel gebracht, wo sie eine
rasche Verbreitung fand. Ursprünglich sieben Stationen (sieben Fußfälle) weiteten sich die
Leidensdarstellungen bald auf 14 Stationen aus. Siehe dazu die Bilder in der St.Martin-Kirche.
(www.briedeler-geschichte.de/kirche/bilder/kreuzweg.html)
So haben unsere Vorfahren auch in Briedel entlang der Sündstraße einen Kreuzweg mit 7 Stationen
von der Kirche bis zur Sündkapelle errichtet. Spätestens 1719, beim Bau des heutigen Sonderhaisje
(Sündkapelle) war bereits ein Kreuzweg vorhanden. Im Jahre 1850 wurden, initiiert von Pfarrer
Brauweiler und maßgeblich von einer Briedeler Familie finanziert, die teilweise verwitterten
Stationen neu errichtet und passende Terrakottareliefs in die Nischen eingesetzt. Die Sündstraße
war seit jeher der Hauptzugangsweg vom Ort zu den Äckern und Lohhecken auf der Briedeler Heck.
Während des steilen etwa einstündigen Aufstiegs auf die Höhen konnten die Männer, Frauen und
Kinder nun den Leidensweg Jesu vom Haus des Pontius Pilatus bis zum Kalvarienberg nachlaufen.
Da es auf dem Weg zu schwerer Arbeit war, kostete es keine zusätzliche Zeit wie der Besuch der
Gottesdienste in der Kirche und bot damit eine praktische gelebte Form der Frömmigkeit. Die
intensive Beschäftigung mit dem Leiden Christi lenkte auch von eigenen Beschwernissen ab.
Mit dem Bau der Bergstraße 1894 und der Motorisierung entfiel der Bedarf an diesem
Wirtschaftsweg und die Sünd wurde nur noch vereinzelt als Wanderweg genutzt. Die
Bruchstein-Nischen litten unter der Witterung und die Reliefs zerfielen oder wurden mutwillig
zerschlagen. 2004 rafften sich auf Initiative von Wilfried Schiefer mehrere rüstige Briedeler Rentner
auf und restaurierten in über 500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit die sieben Stationen grundlegend.
Dabei wurde die erste Station vom Beginn der Kirchentreppe rund 150 Meter höher an den
Ortsausgang verlegt, von wo man auf einer Bank einen schönen Blick auf Briedel hat. Eine weitere
Station wurde wegen des neuen Wegenetzes an einen günstigeren Standort umgesetzt. Viele Spender
und der Förderverein St. Martin ermöglichten die Materialbeschaffung und versorgten die Arbeiter
mit Speis und Trank. Die Zivilgemeinde ließ vom Bildhauer Dieter Arenz aus Brauheck neue Reliefs
aus rotem Eifeler Sandstein anfertigen, sodass die sieben Stationen heute wieder in frischen Glanze
erstrahlen und den Wanderer zur Besinnung einladen.
Im Folgejahr wurde von den gleichen Männern auch die Endstation des Kreuzweges, die
Sündkapelle, in mehr als 700 freiwilligen Arbeitsstunden instand gesetzt.
(siehe dazu: Die Sündkapelle)
Für ihr großes Engagement wurde die Gruppe mit dem Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde Zell
ausgezeichnet. Auf dem Ehrenamtstag des Landes Rheinland-Pfalz durfte das Projekt vorgestellt
werden und erhielt überwältigende Anerkennung.
Heute pilgern die Gläubigen jedes Jahr am Pfingstmontag den Kreuzweg betend hinauf zur
Sündkapelle. Auch viele Einzelpersonen nutzen den stillen Weg in der Natur wieder vermehrt zum
Besinnen und Meditieren.
1. Fall: Jesus am Ölberg
2. Fall: Geißelung
3. Fall: Dornenkrönung
4. Fall: Christus fällt unter das Kreuz
5. Fall: Tod Jesus am Kreuz
6. Fall: Kreuzabnahme
7. Fall: Grablegung
Der Kreuzweg entlang der Sünd von Briedel zum Sonderhäisje