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      Aktuelle Infos:


       

       

       

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      Fähre Briedel:

      Von Donnerstag, 4. bis einschließlich Dienstag, 9. August findet kein Fährbetrieb statt.

       

       

      Ab 03.05.2022 fährt die Fähre Briedel zu den folgenden Zeiten:

      Dienstag und Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 12:45 bis 17:00 Uhr

      Freitag: 12:45 bis 17:00 Uhr

      Samstag: 08:00 bis 12:00 Uhr und 12:45 bis 16:00 Uhr

       

      Mittwochs und sonntags fährt die Fähre Briedel nicht.

      Änderungen werden jeweils hier bekanntgegeben.


      Fähre Pünderich:

      auf www.puenderich.de finden Sie die aktuellen Fährzeiten:

      https://www.puenderich.de/gemeinde_aktuell/ueberfahrtszeiten-faehre-marienburg/



      Kleine Geschichte der Briedeler Fähre von Hermann Thur (auch zum download)

      Die Fähre "Briedeler Herzchen"
      Die Mosel war seit Altersher eine wichtige Verkehrsader im Nord-Süd-Verkehr. Insbesondere
      seit den Römerzeiten stellte Sie einen der wichtigsten Transportwege nördlich der Alpen im
      römischen Reich dar.
      Daneben waren die Flüsse aber auch immer Hindernisse, wenn Mensch oder Material quer
      zur Flussrichtung transportiert werden mussten. So bauten die Römer schon in Trier und
      Koblenz feste Steinbrücken, um den Fluss schnell und sicher überqueren zu können.
      An allen anderen Orten erfolgte die Überquerung mit Fähren, das waren i.d.R. große Nachen.
      Fuhrwerksfähren kamen erst viel später auf. Während zunächst fast jeder Ort zumindest einen
      kleinen Nachen als Fähre unterhielt, gibt es heute nur noch wenige Fuhrwerksfähren an der
      Mosel. Die Fähre "Briedeler Herzchen" ist derzeit die größte an der ganzen Mosel.
      Die Könige hatten sich das Fährrecht schon sehr früh gesichert und zogen daraus hohe
      Gebühren und Zölle. Durch Urkunde von 1354 verlehnte der Kaiser Karl IV. die Nutzung der
      Treidelpfade und damit auch das Recht über die Fähren der Mosel und ihrer Nebenflüsse an
      den Kurfürsten und Erzbischof Balduin von Trier, seinen Onkel. Dieser gab das Fährrecht
      dann gegen entsprechende Zahlungen weiter.
      Das Kloster Himmerod als einer der großen Grundeigentümer von Briedel, musste dem
      Kurfürsten sozusagen eine Fährpauschale zahlen. Damit waren die Ansprüche des Kurfürsten
      gegenüber den Pächtern, die auf der anderen Moselseite Weinberge und Felder
      bewirtschafteten, abgegolten. Das Kloster wurde dafür wiederum durch den Zehnten und
      weitere Ernteabgaben entschädigt. Mit enthalten in dieser Pauschale war auch die Überfahrt
      auf der kurfürstlichen Fähre in Schweich, wodurch die Briedeler, wenn sie Ihre Abgaben nach
      Trier brachten, kostenlos die dortige Fähre nutzen konnten.
      Die Bereithaltung des Fährnachens und der Lohn des Fährmanns waren davon noch nicht
      betroffen. Diese Kosten mussten darüber hinaus örtlich von den Nutzern aufgebracht werden.
      1923 z.B. in der Inflationszeit, wurden die Briedeler Fährgebühren in Naturalien (Roggen)
      festgesetzt. Das Geld hatte ja von morgens bis zur Rückfahrt am Abend an Wert verloren und
      der Fährmann war auf ausreichende Bezahlung angewiesen.
      Soweit wir in den überlieferten Unterlagen Nachweise haben, war die Gemeinde immer für
      die Anschaffung und Instandhaltung der Fähre verantwortlich. 1869 wird, so sagen die die
      Protokolle, eine neue Seilfähre angeschafft. Die Gemeinde verpachtete die Fähre dann
      regelmäßig an den Meistbietenden, der dann als Fährmann für den Betrieb sorgte und durch
      die Fährnutzungsgebühren sein Einkommen erzielte.
      Der Ferger = ferjo = ist althochdeutsch und bedeutet Bootsmann.
      Manche bezeichnen ihn auch als CHARON, den Fährmann der Unterwelt.
      Wir Briedeler sagen Pont, von lateinisch = Pons (Brücke).
      Das Wort bezeichnet ein am Seil hängendes Fährschiff, das als "fliegende Brücke" diente.
      In den 1960-ern übernahm die Gemeinde den Fährbetrieb in direkte Eigenregie und der
      Fährmann ist fest angestellt. Alle Weinbergsbesitzer der linken Moselseite werden durch eine
      flächenabhängige feste Fährgebühr zu den Betriebskosten herangezogen. Nichtwinzer und
      Gäste zahlen jeweils eine Überfahrtsgebühr.
      Sei dem Beginn des Weinbaus in der römischen Zeit mussten die Winzer zur Arbeit über die
      Mosel und auch die Ernte wurde mit den Hotten einzeln im Nachen zurück ins Dorf zur
      Kelter gebracht. Das dabei die Boote oft hoffnungslos überladen waren, denn keiner wollte
      abwarten, kann man sich vorstellen, insbesondere, wenn man der Unfälle gedenkt, die vielen
      Briedelern das Leben im kalten Nass kosteten. Sparsame Winzer und große Weingüter
      schafften sich eigene Nachen an, um dem Stau am Fährkopf und insbesondere den
      Fährgebühren zu entgehen. Schon in römischer Zeit wurde daher auf der dem Ort
      gegenüberliegenden Moselseite ein großes Kelterhaus gebaut. Die Ernte konnte von dort
      direkt auf Schiffe verladen und zu den Kellereien gebracht werden. Später errichtete die
      kurfürstliche Hofkammer, der größte Weinbergsbesitzer in Briedel, auf den alten Mauern
      wiederum ein zweites Kelterhaus, um die Ernte schnell und sicher einbringen zu können und
      die zeitraubende und gefahrvolle Flussüberquerung einzusparen. Der Traubenmost wurde
      von dort per Schiff direkt nach Zell in die Kellnerei geschafft.
      Die langen Schlangen der Wartenden vor dem Übersetzen waren immer ein Ärgernis. Daher
      rührt auch der Spruch:
      "Ein langsamer Ferger und ein schneller Pastor bekommen die meisten Leute zusammen".
      Andererseits war die Überfahrt auch immer eine Ruhepause und auf der Pont gab es den
      neuesten Klatsch zu hören.
      Zunächst waren die Weinberge nur durch schmale Fußpfade verbunden. Erste Wege
      ermöglichten Ende des 19. Jhdt. den Einsatz von Kühen als Zugtiere und erst Mitte des 20.
      Jhdts. wurden im Zuge der Motorisierung breitere Wege gebaut. Dazu mussten alle Briedeler
      zur Fronde antreten und die Kosten wurden auf die Weinbergsbesitzer umgelegt.
      Die Flurbereinigung arrondierte die vielen, durch Realteilung und Urbarmachung
      entstandenen Kleinparzellen und baute das Wegenetz großzügig aus.
      Noch um 1930 kam ein Winzer abends abgearbeitet nach Hause, nachdem er den ganzen Tag
      oben am Waldrand Felsgestein kleingehauen hatte und sagte:
      "Frau, heute sind wir wieder reicher geworden!, Ich habe zwei neue Rebstöcke gepflanzt".
      Die nach dem ersten Weltkrieg angeschaffte Wagenfähre wurde 1967 durch diese heutige
      neugebaute Fähre ersetzt.
      Die schweren Fähren mussten laufend zum Unterbodenschutz an Land gezogen werden und
      wurde dann in Fronde gesäubert und neu geteert. Heute wird sie dazu laufend nach Trier in
      die Schiffswerft gezogen.
      Trockenheit und Regen veränderten oft den Wasserstand und behinderten den Verkehr, bis
      durch die Kanalisierung ein konstanter Wasserspiegel gegeben ist. Auch bei extremen
      Hochwassern und insbesondere bei Eisgang musste die Fähre wegen der großen Gefahr der
      Beschädigung und Abtrift an Land gezogen werden. Dann mussten, analog einem
      Feueralarm, alle Männer mithelfen.
      Neben der Wagenfähre war viele Jahre ein stählerner Nachen mit einer Kapazität von ca 40
      Personen im Einsatz. Dieser wurde insbesondere genutzt, wenn Niedrigwasser den Einsatz
      der großen Fähre behinderte.
      Der alte Fährnachen, wie auch unsere Wagenfähre, waren Gierfähren, d.h. sie hingen an
      einem über die Mosel gespannten Seil und wurden durch Schrägstellung von der Strömung
      auf die jeweils andere Seite getrieben. Durch die Moselkanalisierung nahm die Strömung
      stark ab und die Fähre musste motorisiert werden. Das Seil war auf der Weinbergsseite im
      Fels verankert und auf der Ortsseite stand ein 25 Meter hoher Stahlgittermast über den es am
      Fundament der Schule in einer Spannvorrichtung befestigt war. Das Fährseil und der 1906
      aus Eisen errichtete "Schleudermast" wurde 1996 abgebaut. Seine Wetterfahne sehen Sie hier
      an der Fähre, der Turm steht am alten Strandbad und wurde zu einer Kinderrutsche
      umgestaltet. Vorher gab es einen Holzmast, der immer aus dem größten Baum im
      Gemeindewald hergerichtet wurde.
      Im März 1945 kurz vor dem Rückzug der deutschen Truppen, hat der Briedeler Fährmann
      und einige beherzte Bürger die Fähre versenkt, um einer Sprengung vorzugreifen. Als sie
      dann im Juli 1945 unter Mithilfe aller Bürger wieder gehoben wurde, hat die
      Militärverwaltung sie requiriert und in Reil zum Truppenübersetzen eingesetzt. Erst Ende
      1946 kommt sie ramponiert zurück.
      Die hohe Motorisierung durch schnelle Autos und große Traktoren veranlasst viele Winzer
      heute, über die Zeller Brücke in die Weinberge zu fahren und damit Zeit zu sparen. Die
      wirtschaftliche Ausnutzung lässt damit nach und wird nur teilweise vom Tourismus
      aufgewogen. Die dadurch bedingte eingeschränkte Fährzeit verstärkt die Symptome noch
      weiter.

      Über das Fährhäuschen von Hermann Thur (auch als download)

      Fährhäuschen
      Auf der linken Moselseite, am Fährkopf gegenüber dem Ort Briedel, steht ein trutziges
      Bruchsteinhäuschen, eng in den Sockel des Steilhangs hineingebaut.
      Schon in frühen Jahren befand sich hier ein Schutzbau und Warteraum vor den Unbilden der
      Witterung für die auf die Überfahrt mit der Fähre wartenden Winzerinnen und Winzer. Die
      Ortschronik von 1728 berichtet uns, dass eine Kapelle am Moselufer durch Eisgang so stark
      beschädigt wurde, dass sie abgebrochen werden musste. Aus 1740 ist uns überliefert, dass das
      St. Nepomuk-Bild (wohl eine Statue) im Briedeler Fährhaus im Hochwasser abgetrieben und
      von Merler Jungen geländet werden konnte. Sie wurden für die Rückgabe fürstlich belohnt.
      Ähnliches gilt für die Rückgabe des Bildes in 1771. Das jetzige Bauwerk wurde 1823 erbaut.
      Die Fähre war zu dieser Zeit ein großer Holznachen. Der Bedarf einer Wagenfähre bestand
      noch nicht, da mangels Wegen Fuhrwerke in den Weinbergen nicht eingesetzt werden
      konnten. Die größeren Weingüter hingegen hatten meist eigene - private - Nachen und waren
      auf die öffentliche Fähre und die damit manchmal verbundenen langen Wartezeiten nicht
      angewiesen.
      Wie die Annalen berichten, stand in der Innennische ein Holzkreuz und in der Außennische
      über dem Eingang war eine Statue des Hl. Nepomuk, des Patrons der Brücken und Fähren
      sowie gegen Wassergefahren, aufgestellt.
      Die Anschaffung einer leistungsfähigen Wagenfähre und die Motorisierung minderten den
      Bedarf am Warteraum und das Gebäude zeigte durch die vielen Hochwasser und sonstige
      Witterungseinflüsse bedingte Bauschäden.
      Im Jahre 1959 ließ der spätere Bundespräsident Heinrich Lübke, dessen familiäre Wurzeln in
      Briedel liegen, das Fährhäuschen als Dank für einen glimpflich überstandenen Autounfall
      renovieren. Dazu stifteten die Wageninsassen auch ein Marmorkreuz für die Innennische und
      eine Nikolausstatue für die Außennische.
      1986 bauten die Karnevalsgesellschaft und der Fanfarenzug eine umlaufende Drainage, die
      Außenabdeckung wurde erneuert sowie Hochwasserschäden beseitigt.
      Der Geschichts- und Kulturverein, unterstützt von der Aufbaugemeinschaft und der
      Gemeinde sowie privaten Spendern, renovierten das Fährhäuschen 2012 grundlegend.
      Die Heiligenstatuen trieben mehrfach im Hochwasser ab oder wurden sogar entwendet.
      Spenden aus der Bevölkerung ermöglichten 1986 die Anschaffung einer neuen
      Nikolausstatue, die jedoch nach wenigen Jahren aus der Verankerung gebrochen und
      wiederum gestohlen wurde. Heute thront über dem Eingang wieder eine Nikolausbüste, die
      der Bildhauer Christoph Anders im Auftrag eines ungenannten Gönners schuf.
      Die Briedeler Kirchenbücher berichten auch des Öfteren von folgenschweren Unfällen mit
      dem Fährnachen, wobei verschiedene Personen ertranken. Rechts neben dem Häuschen ist in
      der alten Stützmauer z. B. noch ein sandsteinernes Gedenkkreuz für den hier am 4. April
      1836 in der Mosel ertrunkenen Trierer Schiffer Johann Fischer zu sehen.
      Heute dient das Fährhäuschen den Radlern auf dem neuen Moselradweg als Wetterschutz und
      bei den Wanderern ist es mit seinen davorstehenden Ruhebänken als schattiger Rastplatz mit
      schönem Blick auf Briedel beliebt.

       

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